Panik bei Loveparade in Duisburg

Newsmeldung vom: 24.07.2010 - 19:24 Uhr

Bei der Loveparade in Duisburg sind nach Angaben der Polizei mindestens 15 Menschen ums Leben gekommen. Zehn bewusstlose Verletzte versuchten Rettungskräfte zu reanimieren.Notrufnummer für Angehörige die sich sorgen machen: 0203 94000

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Bild von WüstenRose
Bei der Loveparade in Duisburg sind nach Angaben der Polizei mindestens 15 Menschen ums Leben gekommen. Zehn bewusstlose Verletzte versuchten Rettungskräfte zu reanimieren. Vor dem Loveparade-Gelände am ehemaligen Güterbahnhof sei es in einem Tunnel zu einer Massenpanik unter den Besuchern gekommen. Am Unglücksort treffen immer weitere Rettungskräfte ein, neun Hubschrauber sind im Einsatz. Auch ein Notlager wird eingerichtet.

Vor dem eingezäunten Gelände des Güterbahnhofs hatte sich auch am Nachmittag noch der Besucherstrom gestaut, einige wollten auch schon nach Hause. Der Tunnel war dabei ein Nadelöhr. Brisant: der Tunnel wurde kurz vor dem Unglück wegen Überfüllung bereits schon einmal geschlossen. Als es um 17 Uhr zur Abschlusskundgebung kam, enstand Gedränge unter Besuchern, die schnell auf das Gelände wollten. Zeugen beschrieben, dass es in dem engen Gang weder vor noch zurück ging, was zu unkontrolliertem Gedränge und Panik führte.

Mehr als eine halbe Stunde vor der Massenpanik haben Augenzeugen offenbar die Polizei vor der Gefahr gewarnt. „Wir standen mittendrin. Es hatten immer mehr Menschen noch versucht, zum Gelände zu kommen“, sagte der 21-jährige Raver Fabio der dpa. „Wir waren schon durch den Tunnel durch und standen auf dem kurzen Stück vor dem Eingang. Dort ging es aber nicht weiter.“ Einige seien über Zäune und eine Leiter geklettert.

„Wir sind danach durch den Tunnel zurück. „Meine Freundin und ich haben schon kaum mehr Luft mehr bekommen und haben die Ellbogen ausgefahren, um noch wegzukommen. Anschließend haben wir die Polizei alarmiert und gesagt, dass es im Tunnel gleich zur Massenpanik kommen wird.“ Passiert sei aber erst einmal nichts. „Das war etwa eine Dreiviertelstunde vor dem Unglück gewesen. Da waren aber schon Leute reihenweise zusammengeklappt.

Nach ersten Schätzungen waren insgesamt zwischen 500 000 und 1,4 Millionen Menschen bei der Loveparade. Dem gegenüber stehen etwa 14 Hundertschaften der Polizei. Nach Aussagen der Reporter vor Ort zeichnete sich eine Überlastung der Kapazitäten bereits den Nachmittag über bereits ab.

Weitere offizielle Zahlen liegen bislang nicht vor. Im Zuge der Fernsehberichterstattung wurde von mehr als 100 Verletzten gesprochen. Die Polizei begann mittlerweile offenbar damit, den Vorplatz des Geländes der Abschlusskundgebung zu räumen. Die Gäste werden aufgefordert, sich nach Hause zu begeben.

Als Fluchtweg steht die seit Samstagvormittag extra zu diesem Zweck gesperrte Autobahn 59 bereit. Allerdings drohen nun angesichts der gewaltigen Menschenmenge weitere Komplikation, gerade im überfüllten Bühnen- und Bahnhofsbereich.

Mittlerweile ist der Duisburger Hauptbahnhof gesperrt. Bahnsprecher Udo Kampschulte sagte der dpa, durch die Panik seien viele Leute auf die Gleise in der Nähe des Loveparade-Geländes ausgewichen. „Sämtliche Gleise sind jetzt gesperrt“, erklärte Kampschulte. Zugverkehr in Richtung Süden gebe es seit kurz nach 18.00 Uhr nicht mehr. Mittlerweile würden sich die Menschen vor dem Hauptbahnhof stauen. „Wir wollen versuchen, die Leute in Richtung Norden rauszubekommen“. Neben der Bahnsicherheit sei auch die Bundespolizei im Einsatz. Es wurden 120 Busse zur Entlastung zum Bahnhof beordert.

Offenbar bereiten sich die Einsatzkräfe auch dort auf ein Eingreifen vor. Laut WDR steigt das Aggressionspotenzial unter den Besuchern, da viele noch nicht wüssten, warum sie nicht mehr zur Hauptbühne dürften. Auch Alkohol spiele eine Rolle. Mittlerweile entspanne sich die Lage aber leicht.

Die Veranstaltung wird nach dem Unglück nicht abgebrochen, um eine mögliche weitere Panik zu verhindern. „Der Krisenstab der Stadt Duisburg hat sich entschlossen, aus Sicherheitsgründen die Veranstaltung zurzeit nicht zu beenden“, erklärte Stadtsprecher Frank Kopatschek. Die Notausgänge des Geländes wurden aber inzwischen geöffnet. Zahlreiche Besucher nutzen bereits die gelegenheit.


Quelle: Handelsblatt.com
Bild: wikimedia.org


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Erstellt von: WüstenRose

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